Kaninchenwerder - Schweriner See

Hafen bei Schwerin

Zuletzt bearbeitet 30.03.2026 um 06:00 von NV Charts Team

Breite

53° 36.953' N

Länge

11° 28.009' O

Beschreibung

Für die Bootsanlegestellen auf Kaninchenwerder im Schweriner See gilt die maximale Liegedauer von 72 Stunden.

Grillen und Campieren, sowie Entsorgung von Abfall an der öffentlichen Steganlage durch Bootsführer ist untersagt. Müll ist mitzunehmen.

Nutzungsordnung

NV. Landgangslotse

1. Entstehung
Die Inseln Kaninchenwerder und Ziegelwerder entstanden vor ca. 20.000 Jahren (Weichseleiszeit). Die Inseln sind Teil eines heute größtenteils unter Wasser liegenden Höhenrückens. Kleinflächig sind Schmelzwassersande aufgeschüttet (Jesaer Berg). Im Uferbereich ist es abschnittsweise (Ostufer) zur Ausbildung kleiner Strandwälle gekommen. Durch Abspülung der Ufer (Abrasion) wurden kleine Kliffs ausgebildet. Das Westufer (insb. nördl. Spitze) ist durch Wellenerosion heute teilweise stark bedroht. Im historischen Verlauf zeigt der Schweriner See stark schwankende, zeitweilig wesentlich höhere oder niedrigere Seespiegelhöhen.

Das Ergebnis der Seespiegelabsenkungen sowie der Abschlämmung von Material der Moränenhügel ist die Bildung von Seeterrassen mit vorgelagerten Verlandungsbereichen (z. B. Jesarer Bucht). Terrassen und Strandwälle sind nach Muschelfunden (einige gefundene Arten erst 1850 eingebürgert, Bau des Störkanals ab 1830) in heutiger Form erst in relativ junger Zeit entstanden. Abgeschnürte Buchten sind verlandet und heute von nassen Erlen-Bruchwäldern bestockt (auf historischen Karten deutlich erkennbar). Als typische Waldgesellschaft der sandigen Seeterrassen treten krautreiche Eschenwälder auf.

2. Pflanzen und Lebensraumtypen

  • Anzahl erfasster Höherer Pflanzen auf der Insel: 269 Arten, davon 18 Arten der Roten Liste MV.
  • Ein nasser, im Winter und Frühjahr zumeist lange Zeit überstauter Erlenbruchwald ist in den letzten Jahrzehnten in einer ehemals offenen Seebucht an der Südspitze der Insel durch Verlandung entstanden.
  • An diesen Bereich schließt sich der nur selten überstaute Eschenwald mit Übergang zum feuchten Buchen-Laubwald bis hin zum Perlgras-Buchenwald im zentralen Bereich der Insel an.
  • In der Krautschicht des Buchenwaldes finden sich als häufige Arten u.a.: Waldmeister, Wald- Bingelkraut, Perlgras, Wald-Zwenke und Kleinblütiges Springkraut.
  • Der noch relativ junge Wald auf Kaninchenwerder wird forstlich nicht mehr genutzt. Hier kann die natürliche Waldentwicklung beobachtet werden (Prozessschutz).
  • Nur an den Wanderwegen und im Hafenbereich wird aus Verkehrssicherheitsgründen gelegentlich in den Baumbestand eingegriffen. Besonders herausragende Altbäume sollen durch forstliche Maßnahmen gezielt erhalten werden.
  • Auf der Insel wurde jahrhundertelang Waldweide betrieben. Diese Nutzungsform hat zur Ausbildung der skurril geformten Buchen und Eichen ("Hudebäume") geführt. Die Waldweide gehört zu den ältesten landwirtschaftlichen Nutzungsformen und wurde schon im Neolithikum betrieben. Waldweide ist nach dem heutigen Forstrecht unzulässig.
  • Einige kleinere Wiesenflächen werden heute durch eine extensive Pflege von Zivildienstleistenden offen gehalten.
  • Die Ufervegetation der Inseln Kaninchenwerder und Ziegelwerder wird auf einer anderen Seite genauer beschrieben: Naturschutz / Pflanzen / Ufervegetation des Schweriner Innensee

3. Tiere

  • Wildschwein, Fuchs, Reh, Steinmarder, und Mink kommen hier vor . Als herausragende Besonderheit ist auch der Nachweis des Fischotters zu nennen.
  • Es wurden vier Fledermausarten beobachtet:
    • Abendsegler
    • Rauhaut-, Zwerg- und Wasserfledermaus
  • Ausgesetzt wurden bereits vor Jahrhunderten: Kaninchen (nicht erfolgreich eingebürgert) und Weinbergschnecke (erfolgreich eingebürgert!)

3.1 Vögel
Auf der Insel Kaninchenwerder brüteten in der Zeit von 1993 bis 2003 insgesamt 66 Vogelarten. Zu gefährdeten Arten gehören aus dieser Liste folgende Arten: Seeadler, Kolbenente, Zwergschnäpper, Schwarzmilan, Wespenbussard und Neuntöter.
Ein Vergleich der auf Kaninchenwerder und Ziegelwerder brütenden Wasservogel-Brutpaare zeigt die hohe Bedeutung dieser Naturschutzgebiete für diese Gruppe von Vögeln. Der vergleichsweise höhere Brutbestand des Haubentauchers auf Ziegelwerder hängt stark mit den dort größeren Röhrichtflächen zusammen. Die Graugans und die Rohrdommel haben in den letzten Jahren nur auf Ziegelwerder gebrütet.

Hafeninformation

Kontakt

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